100 Jahre SC Union Oldesloe

Der SC Union Oldesloe gehört zu den ältesten Vereinen im Kreis Stormarn. 1907, im Gründungsjahr des Vereins, gab es in Bad Oldesloe vier Vereine:

 

  • MTV von 1862
  • OBC von 1906
  • FC Teutonia v. 1902 (aus diesen drei Vereinen ging der VfL Oldesloe hervor)
  • TV Einigkeit


Dem neugegründeten Arbeiter Turnverein (ATV), der bis zum Jahresende bereits über 100 Mitglieder hatte, schloss sich der TV Einigkeit an, nachdem die geplante Fusion des TV mit dem MTV v. 1862 nicht zustande kam. Die Mitgliederzahl der ATV Einigkeit, wie der Verein sich jetzt nannte, stieg dadurch noch weiter an. Der ATV Einigkeit betrieb neben Turnen auch Leichtathletik. Die Turnhallen standen damals den Vereinen noch nicht zur Verfügung, so dass die Turnstunden in Gastwirtschaften (Schwarzendamm und Hotel Stadt Lübeck) abgehalten werden mussten.

Besonders gepflegt wurde in allen Jahren der Spielmannzugs des ATV. Mit dem Fußball wurde beim TV Einigkeit schon früh begonnen.

Die 1. Mannschaft spielte im Bezirk Mecklenburg/Lübeck stets eine gute Rolle und hatte auch oft dänische und schwedische Fußballer in Bad Oldesloe zu Gast.

Der Verein konnte alle Krisen des 1.Weltkrieges gut überstehen. Das schwärzeste Jahr in der Vereinsgeschichte war 1933. Der ATV Einigkeit wurde zwangsweise aufgelöst, alle Turngeräte und Musikinstrumente beschlagnahmt und enteignet. Sogar die Vereinschronik ging dabei verloren.

Nach Kriegsende wurde die Neugründung des Vereins (1946) zwar von den Besatzungsmächten genehmigt, doch fehlten dem Verein die Mittel, um den Sportbetrieb wieder aufnehmen zu können.

Die verbliebenen Mitglieder schlossen sich dem VfL Oldesloe an und kehrten zur Wiederaufnahme des Sportbetriebes 1950 zu ihrem alten Verein, den sie jetzt ATSV Bad Oldesloe nannten, zurück.

Die Sparten Turnen, Spielmannzug, Fußball, Leichtathletik und Damenhandball nahmen die Spielbetriebe wieder voll auf. Fritz Voigt wurde 1. Vorsitzender.

Die Fußballer spielten in der A-Klasse Stormarn und wurden dort 1952 Meister. Der Aufstieg in die Bezirksliga wurde damals nur knapp verfehlt.

1957 feierte der ATSV sein 50jähriges Jubiläum unter Mitwirkung mecklenburgischer und schwedischer Fußballgäste. Wie vor dem Krieg, war auch jetzt der Spielmannszug der Stolz des Vereins. Im gleichen Jahr wurde in Bad Oldesloe ein weiterer Sportverein gegründet, der ebenfalls Fußball in seinem sportlichen Angebot hatte, nämlich der Postsportverein Oldesloe.

1959 wurde der ATSV in TSV Oldesloe 07 umbenannt und gehörte zu den sieben Stormarner Mannschaften, die in die neugegründete gemeinsame Kreisliga Stormarn/Segeberg aufgenommen wurde. Der TSV Oldesloe 07 und der Post SV Oldesloe spielte dann zeitweise gemeinsam in dieser Spielklasse. Um weiterhin neben dem großen Ortsrivalen VfL Oldesloe bestehen zu können, war auf beiden Seiten wegen der sportplatzbedingten Schwierigkeiten und der zahlreichen Spielerabwanderungen im Sommer 1966 (der Post-SV war zum zweiten Male in den damals noch üblichen Aufstiegsspielen zur Bezirksliga gescheitert) eine Neuorientierung der beiden Vereine notwendig geworden.

Um in der Kreisstadt ein breites sportliches Angebot zu erhalten und den eingeschriebenen Mitgliedern ihre sportliche Betätigung im Freizeitbereich weiterhin garantieren zu können, wurde der Gedanke eines Zusammenschlusses von den damaligen Führungskräften aufgegriffen und in die Tat umgesetzt.

Viele Vorurteile mussten überwunden werden. Beide Vorstände konnten auf den eilig angesetzten außerordentlichen Generalversammlungen mit großer Mehrheit dennoch das Einverständnis der Mitglieder erwirken. So kam es nach Erledigung weiterer Formalitäten bei den übergeordneten Sportverbänden am 24.08.1966 zu dem überraschenden Zusammenschluss.

Der TSV brachte eine jahrzehntelange Tradition, der Post-SV auf dem Fußballsektor die höhere Spielklasse mit in die „Ehe“. Der Fußballsport war in beiden Grünungsvereinen dominierend gewesen und blieb es auch im SC Union. So schieden die Tischtennisspieler und Kegelsportler nach der Fusion wieder aus und gründeten erneut eine Post-SV ohne Fußballsparte.

Nach einiger Zeit verselbständigte sich auch der Spielmannszug, einst das Schmuckstück des TSV 07. Jene Kritiker, die dem neuen Sportclub ein rasches Ende vorraussagten, sahen sich mit der Zeit getäuscht.Von unterschiedlichen sozialen Schichtungen war nichts zu spüren. Die Kameradschaft stimmte und viele lieben ihren Verein wegen der praktizierten Geselligkeit auch außerhalb des Sportbetriebes.

Fünf aufgefrischte Senioren-Fußballmannschaften starteten 1966/67 in ihre erste Saison unter dem Namen „SC Union 07“, der inzwischen im Bezirk IV Lübeck zu einem sportlichen Begriff geworden war. Die erste Mannschaft landete auf dem neunten Tabellenplatz und wurde klarer Fair-Play-Sieger. Die übrigen Mannschaften kamen in den Kreisklassen A, B, C und D nicht aus dem unteren Drittel der Tabelle heraus. Schon im Jahr darauf wurde der Aufstieg mit einem erstmals verpflichteten Trainer (Heinz Mandelkau) in die Bezirksliga geschafft.




Heinz Mandelkau im Dress des VfL Oldesloe (Mitte)


Den Fußballsportlern war, beseelt in ihrem Leistungswillen und umsichtig geführt, der schon lang ersehnte Durchbruch gelungen. Das gab Aufschwung! Inzwischen hatte die Stadt Bad Oldesloe dem neuen, im Durchschnitt 250 Mitglieder starken Verein das neu gebaute Kurparkstadion überlassen. Weil der Verein mit der Instandhaltung und Pflege des großen Sportplatzes überfordert war, wurde der Überlassungsvertrag 1969 anulliert. Er erhielt nur noch das Benutzungsrecht. Der oft diskutierte Grandplatz sollte zu einem ständigen Ärgernis werden. Er war zwar strapazierbar; aber er blieb ein ungeliebter Platz.

Am 1. Mai 1987 hat der damalige Oppositionsführer im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Björn Engholm, den lang ersehnten Rasenplatz eingeweiht. Auch fehlte ein Umkleidehaus. Im ersten Jahr wurde ein ausgemusterter Linienbus aufgestellt (!) und umgebaut. Waschgelegenheiten und Toiletten waren nicht vorhanden. In Eigenarbeit wurde schließlich die frühere Kindergartenbaracke am Bürgerpark als Geschenk der Stadt abgerissen und mühevoll im Kurparkstadion wieder aufgebaut. Sie war als Übergangslösung vorgesehen; aber es dauerte noch bis 1976, bis ein massives Umkleidehaus in Betrieb genommen werden konnte, das allen Ansprüchen genügte. Im September 2005 konnten wir die sanierten Umkleideräume einweihen. Nur durch intensive Eigenleistung war dieser Kraftakt finanziell möglich.

In den Jahren seines Bestehens hat es auch im SC Union gute und schlechte Tage gegeben, sportliche Erfolge und Misserfolge, Freude und Enttäuschungen. Meisterschaften wurden errungen. Abstiege in untere Klassen mussten hingenommen werden. Man konnte Pokalsiege feiern und Fair-Play-Wettbewerbe gewinnen. Wimpel, Urkunden, Pokale und Fotografien im Vereinslokal „Café Vaterland“ sind stumme Zeugen dafür. Bitter, so erinnert man sich, war das unglückliche Ausscheiden 1971 aus der Bezirksliga.





Dem ersten Vorstand des SC Union seit der Fusion gehörten an:

  • Willi Främke (1.Vors.)
  • Manfred Timm (2.Vors.)
  • Dietrich Pophal (Kassenwart)
  • Wilfried Busch (Jugendwart)
  • Wilhelm Rohde (Fußballobmann)


Willi Främke, der bereits den TSV Oldesloe 07 zwölf Jahre leitete, schied 1974 aus Altersgründen aus dem Verein aus. Helmut Rohwedder wurde neuer Vorsitzender, sein Stellvertreter Gerhard Schaar, der 1966 maßgeblich an der Fusion beteiligt war. Wolfgang Scholtz, der Helmut Rohwedder nach zwei Jahren ablöste, leitete den Aufbau der neuen Abteilungen ein.

Damals gab es beim SC Union Oldesloe folgende Sportarten:

  • Badminton
  • Damenhandball
  • Damengymnastik
  • Damenfußball
  • Volleyball
  • Fußball

Heute werden die Sportarten Fußball und Damenhandball betrieben.

Weitere Vorsitzende waren:

  • Edgar Rowlin
  • Claus Kritsch
  • Harald Ringel


und Helmut Boje, der ab 1994 den Verein leitete, und uns aus einer schweren Krise wieder herausführte. Seit März 2000 ist Walter Albrecht Vorsitzender des SC Union Oldesloe.

Im Fußball hatte der SC Union besonders unter der Leitung von Manfred Timm und Kurt Papstein seit 1974 durch gewonnen Meisterschaften in der Bezirksklasse und Bezirksliga Lübeck den Weg in die Fußball-Landesliga geschafft, in der auch der VfL Oldesloe spielte. So kam es im Dezember 1979 zum ersten Punktspielvergleich beider Mannschaften vor über 1.200 Zuschauern im Kurparkstadion. 2:0 siegte damals der VfL.

Am 12. April 1981 kam es im Travestadion beim Derby zu einem historischen Sieg für den SC Union Oldesloe.Beide Tore beim 0:2 Sieg schoss Rainer Fischer.





Seit Ende der Ära Papstein im Jahre 2002 ist Hans-Dieter Mareck der neue Fußballobmann.

Im Jahre 1982 konnten wir unser 75jähriges Vereinsjubiläum feiern. Ein Höhepunkt in der Geschichte des SC Union Oldesloe war die Erstellung eines Kunstrasenplatzes im Jahre 1986. Genau 20 Jahre später, im Dezember 2006, wurde der Kunstrasenplatz saniert. Mit einem Rasenplatz und einem höchsten Ansprüchen genügenden Kunstrasen sind wir platzmäßig in einem Zustand, der seinesgleichen sucht.

Einen sportlichen Tiefpunkt mussten wir im November 2005 erleben. Ein Großteil der Herrenspieler verließ unseren Club. Das hatte zur Folge, dass wir die „Zweite“ Herren vom Spielbetrieb abmelden mussten. Aber schon in der folgenden Saison 2006/2007 nehmen wir wieder mit zwei Mannschaften an den Wettkämpfen teil.

Die I. Herren spielen in der Kreisliga Stormarn/Segeberg und die II. Herren in der D-Klasse. Die II. Herren konnten in dieser Saison den Aufstieg in die C-Klasse feiern.

Wie schon in der Vergangenheit wird die Jugendarbeit beim SC Union groß geschrieben. Von der E-Jugend bis zur A-Jungend haben wir alle Klassen besetzt. Der Jugendobmann Klaus-Dieter Prelle und seine Trainer und Betreuer leisten hervorragende ehrenamtliche Arbeit.



Dafür auch von dieser Stelle herzlichen Dank !

im Juni 2007
Walter Albrecht
1.Vorsitzender



 

Der SC Union Oldesloe bedankt sich bei seinen Sponsoren

 

     
     
     
     
     
     

 

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